Liebe Leserinnen und Leser,

von öffentlichen Großprojekten, die einen umfassenden Wandel anstoßen sollen, handelt unser heutiger Newsletter: während die IT-Konsolidierung der Bundesverwaltung voran schreitet und von der neuen Bundesregierung gefördert wird, nimmt das niederrheinische Kamp-Lintfort die 2020 stattfindende Landesgartenschau zum Anlass, mit einem ambitionierten Stadtentwicklungsprogramm neue Wege in der Städteplanung zu gehen.

Die PD wiederum intensiviert in den kommenden Jahren ihren Austausch mit Forschung und Lehre und kooperiert mit der renommierten Hertie School of Governance in Berlin. Die Ergebnisse der gemeinsamen Studien werden unmittelbar in die Projektberatung der PD einfließen, die Gesellschafter und Kunden profitieren von der im September 2018 erstmals ausgerichteten gemeinsamen „SummerSchool“.

Wir freuen uns über Ihre Fragen und Anregungen zu unserem April-Newsletter!

Ihre Stéphane Beemelmans und Claus Wechselmann

Bestätigung für die IT-Konsolidierung des Bundes

Seit Mitte des Jahres 2015 führt der Bund auf Grundlage des Kabinettbeschlusses vom 20. Mai 2015 zum „Grobkonzept zur IT-Konsolidierung Bund“ ein ressortübergreifendes Projekt zur Konsolidierung seiner IT durch. Neben einem wirtschaftlichen, leistungsfähigen, stabilen und zukunftsfähigen IT-Betrieb steht besonders die Gewährleistung der IT-Sicherheit und des Datenschutzes im Vordergrund. Das bis zum Jahr 2025 geplante Projekt umfasst die drei Handlungsfelder (1) Bündelung der IT-Beschaffung, (2) Betriebskonsolidierung sowie (3) Standardisierung von Basis- und Querschnittsdiensten.

Für die Betriebskonsolidierung von über 1.300 Rechenzentren und Serverräumen (Stand 2013) wurde zum 1. Januar 2016 das Informationstechnikzentrum Bund (kurz „ITZBund“) durch den Zusammenschluss der Bundesstelle für Informationstechnik (Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern), der Bundesanstalt für IT-Dienstleistungen (Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur) und des Zentrums für Informationsverarbeitung und Informationstechnik (Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen) eingerichtet. Zusammen mit dem IT-Dienstleister BWI GmbH nimmt das ITZBund eine Schlüsselstellung bei der IT-Konsolidierung ein.

Die politische Würdigung der IT-Konsolidierung Bund im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung kommt gemessen an der Größe des Projektes zur rechten Zeit. Sie gibt diesem, das sich unmittelbar in der anlaufenden, bis 2023 andauernden Überführungsphase von IT-Betrieben weiterer Bundesbehörden in das ITZBund und in die BWI GmbH befindet, den notwendigen Nachdruck, wodurch Planungssicherheit für alle Beteiligten entsteht.

Von Anfang an begleitet die PD das Projekt zur IT-Konsolidierung Bund an verschiedenen Stellen.

Landesgartenschau stellt Kamp-Lintfort vor komplexe Steuerungsaufgabe

Die Stadt Kamp-Lintfort hat im Wettbewerb um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2020 (LAGA 2020) den Zuschlag erhalten. Hierfür soll die Fläche des ehemaligen Bergwerkes Zeche Friedrich­Heinrich in Kamp-Lintfort als einer der Austragungsorte der LAGA 2020 hergerichtet werden. Das bedeutet unter anderem auch, dass Wohn- und Geschäftshäuser angesiedelt werden. Die Stadt bindet die LAGA 2020 damit in ihr nachhaltiges Stadtentwicklungsprogramm zur Gewinnung wesentlicher Wohnungsbauflächen ein.

Die Vielzahl von Teilprojekten der LAGA 2020 und die unterschiedlichen Erschließungsmaßnahmen auf dem Zechengelände stellten Kamp-Lintfort vor eine Steuerungsaufgabe mit komplexen Anforderungen. Die PD wurde von der Stadt beauftragt, einen Projektstrukturplan zu entwickeln und ein Steuerungsinstrument aufzubauen, das auch die gegenseitigen Abhängigkeiten der Teilprojekte berücksichtigt. Ziel der Stadt war es, einerseits den Überblick der erforderlichen Aktivitäten über den gesamten Projektablauf zu erhalten und andererseits frühzeitig Konflikte und Risiken für einen planmäßigen Projektablauf zu erkennen.

Die PD hat diese Instrumente in Abstimmung mit den beteiligten Verwaltungen entwickelt und termingerecht übergeben. Derzeit erstellt die PD eine Machbarkeitsstudie zur Anbindung von Kamp-Lintfort an den regionalen schienengebundenen Personennahverkehr. Darüber hinaus werden durch die PD Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Radfahrende und Fußgänger sowie die Optimierung des innerörtlichen Verkehrsflusses während der LAGA 2020 geplant. Seit Oktober 2017 ist Kamp-Lintfort Gesellschafter der PD und kann Beratungsleistungen der PD ausschreibungsfrei beauftragen.

PD kooperiert mit der Hertie School of Governance

Die PD und die Hertie School of Governance in Berlin (HSoG) haben eine enge Zusammenarbeit in Forschung und Lehre vereinbart. Der Kooperationsvertrag umfasst gemeinsame Studien und Projekte in den Themenfeldern Verwaltungsmodernisierung, Digitalisierung und Infrastruktur. Seminare für Gesellschafter und Mitarbeiter der PD sollen die gewonnenen Erkenntnisse unmittelbar für die Projektarbeit nutzbar machen.

Insbesondere im Bereich der Verwaltungsmodernisierung ergänzen sich die staatlich anerkannte, private HSoG mit Sitz in Berlin und die PD mit einem gemeinsamen Forschungsinteresse. Die PD wird laufende Studien und Projekte der Hochschule mit Praxiserfahrungen aus der Beratung unterstützen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden umgekehrt in die Projektarbeit der PD einfließen.

Gesellschaftern und Kunden der PD sollen die neuesten Trends in den Bereichen Verwaltungsmodernisierung, Digitalisierung und Infrastruktur in regelmäßigen Lehrveranstaltungen der HSoG vermittelt werden, unter anderem in einer jährlich stattfindenden „Summer School“. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PD bietet die HSoG speziell konzipierte Aus- und Weiterbildungsprogramme an.

Zudem fördert die PD die Hertie School of Governance mit einer Stiftungsprofessur für Verwaltungsmodernisierung und Digitalisierung. Der Schwerpunkt der Lehr- und Forschungstätigkeit soll auf Verwaltungsmodernisierung und Digitalisierung liegen. Die PD trägt die Stiftungsprofessur an der HSoG für einen Zeitraum von zunächst fünf Jahren.

Bremen: Fünftes Bundesland ist Gesellschafter der PD

Mit dem Land Bremen hat die PD ein weiteres deutsches Bundesland als Gesellschafter gewonnen. Die Länder Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sind bereits Gesellschafter des Unternehmens.

Der Landkreis Dahme-Spreewald ist als erste ostdeutsche Kommune Gesellschafter der PD geworden. Die PD hat den Landkreis bei einem Modellprojekt zur Einführung der E-Rechnung begleitet, das bundesweit Beachtung fand.

Auch die Freie Hansestadt Bremen hat sich entschieden, die Vorteile der Inhouse-Beratung als Gesellschafter zu nutzen. Weitere kommunale Gesellschafter sind die Stadt Wuppertal und der hessische Main-Taunus-Kreis. Damit sind 24 Städte und Landkreise plus die drei kommunalen Spitzenverbände neben dem Bund, Bundesländern und weiteren öffentlichen Institutionen Gesellschafter der PD.

Kurz notiert – PD öffentlich

Kommunen gehen das Thema Nachhaltigkeit nur schleppend an, bemängeln viele Bürger (wir berichteten im Januar). Die PD unterstützt mit ihrer Beratung auf allen öffentlichen Ebenen mit perspektivischen Ansätzen, die langfristig das gesellschaftliche, soziale und ökologische Gleichgewicht unterstützen. Neben diesem Nachhaltigkeitsaspekt in der Beratung wird im Büroalltag auf den schonenden Umgang mit Ressourcen geachtet. Darüber hinaus engagieren sich die PD-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in ökologischen und sozialen Projekten. Im März wurden in einer Freiwilligenaktion 1.600 Bäume gepflanzt und damit die Aufforstung des nordbrandenburgischen Mischwalds unterstützt. Die Pflanzaktion fand bereits zum dritten Mal statt.

Aufgelesen

// aus der Verwaltung // Städte und Gemeinden in Deutschland haben die immensen Potenziale der Digitalisierung erkannt. 91 Prozent der Kommunen schätzen den Mehrwert der digitalen Veränderungen als hoch oder sehr hoch ein. Dies ist ein Ergebnis des „Zukunftsradar Digitale Kommune“, den der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) gemeinsam mit dem Institut für Innovation und Technik (iit) entwickelt hat. An der Umfrage beteiligten sich insgesamt 450 Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland. Zu Beginn des Jahres 2018 herrscht aber vielerorts noch Skepsis angesichts der kommenden Aufgaben: 51 Prozent der Kommunen fühlen sich nicht ausreichend auf die Digitalisierung vorbereitet. 34 Prozent bewerten ihren Digitalisierungsstand als schlecht oder sogar sehr schlecht. Den größten Handlungsbedarf sehen die Kommunen beim Thema Breitbandausbau (47 Prozent), bei der Frage der Finanzierung bevorstehender Aufgaben (38 Prozent) und bei der Personalausstattung (36 Prozent). Drei von vier befragten Kommunen schätzen den zusätzlichen Finanzierungsbedarf als „hoch“ oder „sehr hoch“ ein. Hier bedarf es aus Sicht des DStGB der Unterstützung durch Bund und Länder. Lediglich sechs Prozent der Kommunen gaben an, bereits mit der Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie begonnen zu haben, nahezu die Hälfte der Städte und Gemeinden hat noch keine derartige Strategie entwickelt.

// aus der Verwaltung // Das Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen (Onlinezugangsgesetz, OZG) verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, bis 2022 alle Verwaltungsleistungen über Verwaltungsportale digital verfügbar zu machen und diese Portale zu einem einheitlichen Verbund zu verknüpfen. Mit dem OZG hat der Gesetzgeber damit die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine rasche Transformation der öffentlichen Verwaltung hin zu einem digitalen Dienstleister geschaffen. Wie groß das Bedürfnis der Bevölkerung nach digitalen Verwaltungsleistungen ist, belegt die Studie „European Digital Government Barometer“: In Deutschland bewerten zwar sechs von zehn Bürgern das Online-Angebot der Behörden als fortgeschritten, beispielsweise die Abgabe der Einkommensteuererklärung über das Internet. Vergleichbare Erwartungen haben die Bundesbürger allerdings auch an Sozial-, Schul- und Ausbildungsbehörden. Sie wünschen sich deutlich mehr Positivbeispiele wie den elektronischen BAföG-Antrag und sehen großen Nachholbedarf beim Beantragen sozialer Leistungen wie Arbeitslosengeld und Wohngeld.

// aus Wissenschaft und Forschung // Die fortschreitende Digitalisierung und beginnende Robotisierung von Produktionsprozessen wird die Nachfrage nach Arbeits- und Fachkräften stark verändern, zeigt die Studie „Arbeitskräfte und Arbeitsmarkt im demographischen Wandel“ der Bertelsmann-Stiftung, für die aktuelle Simulationen zur deutschen Bevölkerungsentwicklung und dem Fachkräftebedarf ausgewertet wurden. Trotz aller Unsicherheiten zeigen demnach fast alle Studien, dass der deutschen Wirtschaft demographisch bedingt künftig weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen werden. Ferner werden sich aufgrund der Digitalisierung die Berufs- und Branchenstrukturen hin zu einer wissensintensiveren Produktionsweise wandeln. Dies erfordere neue Strategien zum Erhalt und zur Förderung der Humanressourcen, urteilen die Autoren, zudem seien Qualifikation, Weiterbildung, eine gezielte Einwanderungspolitik und eine große Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt von zentraler Bedeutung, um den Fachkräftemangel auch bei einer starken Veränderung durch die Digitalisierung niedrig zu halten.