ÖPP und Schulen

Nahezu 40 Prozent aller ÖPP-Projekte in Deutschland werden im Bildungsbereich durchgeführt. Der Neubau und die Sanierung von Schulen nimmt dabei eine zentrale Stellung ein.
Informieren Sie sich auf dieser Seite über bestehende Projekte, Erfahrungsberichte in Fachartikeln oder öffentlich einsehbare Projektverträge!

Marktanalyse: ÖPP-Schulprojekte in Deutschland

Rund 40 Prozent der ÖPP-Projekte in Deutschland werden im Bildungsbereich realisiert - knapp vier Fünftel davon sind Projekte mit allgemeinbildenden Schulen.

Erfahrungsbericht: Schulprojekte in Nürnberg

Die Stadt Nürnberg hat Mitte des Jahres 2015 das dritte große ÖPP-Schulprojekt, die „Johann-Pachelbel-Realschule/Staatliche Fachoberschule II“ für insgesamt 1400 Schüler, beauftragt. Die Stadt Nürnberg hat diesen Beschaffungsweg erstmals im Jahr 2008 gewählt. Bei dem ersten großen Schulprojekt wurden Abrisse, Neubauten und Generalsanierungen von drei Schulen mit Sporthallen und einer Schulsporthalle sowie von zwei Kinderhorten vergeben. Ziel war es, den gestiegenen Anforderungen an die Unterrichtsbedingungen gerecht zu werden und den vorhandenen Sanierungsstau, abzuarbeiten.

Aufgrund der guten Erfahrungen beim ersten ÖPP-Projekt begann kurz nach dessen Fertigstellung die Ausschreibung des Sonderpädagogischen Förderzentrums „Paul-Moor-Schule“. Dieser ÖPP-Neubau im Passivhausstandard wurde mitsamt Vorschule, Hort, Dreifachsporthalle und Freisportflächen in nur 15 Monaten Bauzeit im September 2014 fertiggestellt.

Derzeit laufen die Bauplanungen und erste Baumaßnahmen für den Neubau der „Johann-Pachelbel-Realschule/Staatliche Fachoberschule II“. Auch bei diesem Projekt ist wie bei allen Nürnberger Schulneubauten der Passivhausstandard vereinbart. Daneben gehören eine 4-fach-Sporthalle, Freisportanlagen, Pausenflächen und sonstige Erschließungsflächen zum Projektumfang.

Die Erfahrungen mit den ÖPP-Projekten und den Beteiligten sind bisher durchweg positiv. Dies betrifft alle Aspekte der Kooperation; also Architektur, Nachhaltigkeit, partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie Kosten- und Termintreue. Weitere wichtige Punkte sind die spürbare Sensibilisierung der eigenen Verwaltung für Projektfolgekosten bei konventionell realisierten Projekten und die Disziplinierung der Nutzer bei Änderungswünschen nach Vertragsabschluss. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass ÖPP-Projekte besonders in der Vorbereitungs- und Bauphase interne Ressourcen intensiv belasten können und in den Projektgruppen erhöhter Abstimmungsbedarf auftritt – insgesamt aber entlasteten sie die städtische Bauverwaltung.

Bei allen drei ÖPP-Projekten wurde ein vollständiger ÖPP-Ansatz gewählt, das heißt Planung, Bau, technisches und infrastrukturelles Gebäudemanagement sowie die Zwischen- und Endfinanzierung wurden an den privaten Partner vergeben. Dabei stellt diese Beschaffungsart nur einen von drei Beschaffungswegen zur Umsetzung des städtischen Schulausbauprogramms dar. Weiterhin werden die meisten Projekte konventionell im Rahmen einer losweisen Vergabe oder als ÖÖP-Projekt mit unserer kommunalen Tochtergesellschaft umgesetzt. Jedes ÖPP-geeignete Projekt muss seine Vorteilhaftigkeit vorab im Rahmen eines Wirtschaftlichkeitsvergleichs beweisen – erst dann können die ÖPP-spezifischen Planungen beginnen.“

Harald Riedel
Finanzreferent der Stadt Nürnberg

Fachartikel

Arendt, Sandra und Lorenz, Tobias: Ökologisch ökonomisch: nachhaltiger Schulbetrieb mit PPP. In: Weber, M. (Hrsg.), Public Private Partnership Jahrbuch 2012.

Iding, Andreas und Marke, Dana: Modernisierung trotz Haushaltssicherung: Schul- und Sportzentrum Marienheide. In: Weber, M. (Hrsg.), Public Private Partnership Jahrbuch 2011.

Kulle, Bernward und Arendt, Sandra: Gesamtschule Köln-Rodenkirchen: so sieht es der Nutzer. In: Weber, M. (Hrsg.), Public Private Partnership Jahrbuch 2011.

Scholz, Dietmar und Richter, Hans-Peter: Schulen Hof – innovative PPP-Realisierung in der Finanzkrise. In: Weber, M. (Hrsg.), Public Private Partnership Jahrbuch 2010.

Unser Beratungsangebot im Bereich ÖPP und Schulen

Die rund dreiunddreißigtausend allgemeinbildenden Schulen in Deutschland für fast neun Millionen Schülerinnen und Schüler weisen einen erheblichen Investitionsrückstand auf. Darauf wird jährlich wiederkehrend von unterschiedlicher Seite hingewiesen. Letzten Umfragen zufolge liegt der nicht gedeckte Investitionsbedarf bei rund 32 Milliarden Euro. Die notwendigen Erweiterungen und Ausbauten schlagen etwa mit dem gleichen Wert zu Buche. Besonders die Bereiche des Ausbaus der Ganztagsbetreuung und der wachsende Bedarf an Gymnasien stellen die Kommunen vor große Herausforderungen.

Der Raum ist ein wichtiger Pädagoge. Moderne integrierte Lehrkonzepte und gestiegene technische Standards erfordern völlig anders gestaltete Räume und Gebäude als viele bestehende Liegenschaften bieten können. Gerade moderne Schulen sind jedoch heute für Familien ein wichtiges Kriterium bei der Wohnortentscheidung. Dadurch sind zeitgemäße Schulen für Kommunen ein Standortvorteil und beeinflussen die kommunale Entwicklung erheblich.

Wir bieten Ihnen für Ihr Vorhaben ein umfassendes Beratungsangebot:

  •  wirtschaftliche Beratung für verschiedene Projektoptionen wie Sanierung, Neubau oder Anmietung von Liegenschaften
  • Erstellen von Machbarkeitsstudien und Eignungstests
  • Identifikation von geeigneten Fördermitteln beispielsweise der KfW und Kommunikation mit potenziellen Fördermittelgebern
  • Entwickeln eines Finanzierungsmodells, z. B. Forfaitierung mit Einredeverzicht, einschließlich der Einbindung von geeigneten Fördermitteln unter Berücksichtigung der aktuellen Haushaltslage
  • Einbinden von technischen und juristischen Beratern, z. B. über die Durchführung eines VOF-Verfahrens oder eine freihändige Vergabe
  • Durchführen von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen sowie Erstellung von Financial Models
  • Erstellen der wirtschaftlichen Ausschreibungsunterlagen zur Vorbereitung eines Vergabeverfahrens
  • Durchführung und Steuerung von Vergabeverfahren (Teilnahmewettbewerb, wirtschaftliche Bewertung der Angebote, Durchführung von Verhandlungen, Steuerung des technischen und juristischen Beraters)
  • Erstellen von Entscheidungsvorschlägen und Präsentation vor den beteiligten Gremien
  • Projektcontrolling in der Betriebsphase

 

 

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