ÖPP und Kindertagesstätten

"Die frühkindliche Betreuung und Bildung sind zwei der entscheidenden Faktoren sowohl für mehr Chancengerechtigkeit als auch für den Bildungserfolg unserer Kinder. Mit dem Kinderförderungsgesetz (KiföG) soll ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot geschaffen werden und ab August 2013 gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) müssen hierfür bundesweit insgesamt rund 780.000 Betreuungsplätze entweder in Einrichtungen oder in der Tagespflege zur Verfügung stehen.

Bei der Erfüllung dieses Ziels werden insbesondere die Kommunen als öffentliche Träger dieser Aufgabe vor eine große Herausforderung gestellt: Trotz der enormen bisherigen Ausbaudynamik müssen in kurzer Frist noch ca. 220.000 weitere Plätze – vor allem in den alten Bundesländern – zur Verfügung gestellt werden. Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, verschiedene Beschaffungsoptionen in Erwägung zu ziehen, um den Betreuungsanspruch sicherstellen zu können.

Als alternative Beschaffungsvariante können Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP) unter bestimmten Voraussetzungen die Chance bieten, dringend erforderliche Investitionen schnell und effizient durchzuführen sowie die Kita-Einrichtung nachhaltig und verlässlich zu bewirtschaften. Einige Kommunen haben diesen Weg bereits erfolgreich bestritten, andere stehen kurz davor."

Helmut Dedy
Ständiger Stellvertreter des Hauptgeschäftsführers des Deutschen Städtetages

Fachartikel

ÖPP-Kitaprojekte mit Vertragsabschluss 2002-2012

Projektträger Invest.-Vol. in Mio. Euro Laufzeit
Stadt Münster 2,8 20
Stadt Langenhagen 8,1 15
Stadt Halle 8 25
Stadt Hamburg 17,4 25
Gemeinde Henstadt-Ulzburg 7,2 25
Stadt Halle 6 25
Stadt Hannover 20 25
Stadt Braunschweig 70 25
Stadt Leverkusen 30 25
Stadt Gerolstein 3,95 25

KfW-Förderprogramme für den Kita-Ausbau

Das Förderprogramm für den Kita-Ausbau ist Bestandteil des 10-Punkte-Plans "Kindertagesbetreuung 2013" der Bundesregierung. Es unterstützt das Ziel von Bund, Ländern und Kommunen ein bedarfgerechtes Betreuungsangebot, gute Qualität und Trägervielfalt sicherzustellen.

Die Förderung ist gedacht für Kommunen, gemeinnützige Organisationen, Kirchen, Privatpersonen und Unternehmen, die als Träger der öffentlichen oder freien Jugendhilfe bzw. als Tagespflegepersonen tätig sind, private Investoren im Rahmen von ÖPP-Modellen (Öffentlich-Private Partnerschaften) und kommunale Unternehmen.

Weitere Informationen der KfW: Programminformationen der KfW (externer Link)


Unser Beratungsangebot im Bereich Kitas

  • wirtschaftliche Beratung für verschiedenen Projektoptionen wie Sanierung, Neubau oder Anmietung von Liegenschaften
  • Erstellen von Machbarkeitsstudien und Eignungstests 
  • Identifikation von geeigneten Fördermitteln beispielsweise der KfW und Kommunikation mit potenziellen Fördermittelgebern
  • Entwickeln eines Finanzierungsmodells, z. B. Forfaitierung mit Einredeverzicht, einschließlich der Einbindung von geeigneten Fördermitteln unter Berücksichtigung der aktuellen Haushaltslage
  • Einbinden von technischen und juristischen Beratern, z. B. über die Durchführung eines VOF-Verfahrens oder eine freihändige Vergabe
  • Durchführen von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen sowie Erstellung von Financial Models
  • Erstellen der wirtschaftlichen Ausschreibungsunterlagen zur Vorbereitung eines Vergabeverfahrens
  • Durchführung und Steuerung von Vergabeverfahren (Teilnahmewettbewerb, wirtschaftliche Bewertung der Angebote, Durchführung von Verhandlungen, Steuerung des technischen und juristischen Beraters)
  • Erstellen von Entscheidungsvorschlägen und Präsentation vor den beteiligte Gremien
  • Projektcontrolling in der Betriebsphase