Interkommunale Partnerschaftskonzepte

Dr. Kay Ruge, Deutscher Landkreistag

„Die Schuldensituation der öffentlichen Verwaltung ist trotz der positiven konjunkturellen Entwicklung weiterhin auf hohem Niveau und setzt angesichts der europäischen und nationalen Schuldenbremse die öffentlichen Haushalte unter anhaltenden Druck. Die vorhandenen Konsolidierungspotenziale sind gerade in Kommunen mit angespannter Haushaltslage bereits weitgehend ausgeschöpft; gestalterische und finanzielle Spielräume zur Bewältigung der bestehenden und künftigen Herausforderungen sind kaum mehr vorhanden. Eigengestaltbare Handlungsoptionen zur Aufrechterhaltung einer angemessenen Daseinsvorsorge bestehen hier nahezu ausschließlich im Bereich einer stärkeren Kooperation. Dass dies bereits erkannt worden ist, zeigen die zahlreichen Beispiele interkommunaler Zusammenarbeit. Auch die demografische Entwicklung fordert immer mehr zur gemeinsamen Aufgabenerfüllung heraus. Allerdings sind die bisherigen Ansätze oftmals situativ und punktuell, eine systematische Aufbereitung der Potenziale steht aus.

Für die Praxis ist es wichtig und nützlich, Zusammenarbeitsmodelle in Abhängigkeit von der konkreten Zielstellung zu wählen. Dabei lassen sich drei grundsätzliche Formen unterscheiden: Leistungspartnerschaften mit dem Ziel die Aufgabenerbringung effizienter zu gestalten (Motiv Kostenersparnis), Kompetenzpartnerschaften zur Professionalisierung (Motiv Qualitäts- und Spezialisierungseffekte) sowie Partnerschaften zur Entwicklung neuer oder veränderter Verwaltungsangebote (Motiv Innovation).

Der Deutsche Landkreistag sieht angesichts dessen erhebliche Chancen in einer verstärkten strukturierten Zusammenarbeit zwischen Landkreisen und kreisangehörigen Gemeinden, bei denen der Landkreis eine Dienstleisterfunktion einnimmt. Auch Kooperationen mehrerer Landkreise in bürgerfernen Bereichen dienen der effizienteren Erledigung und eröffnen Freiräume bspw. für die Erbringung wichtiger Daseinsvorsorgeaufgaben.“

Dr. Kay Ruge
Deutscher Landkreistag


Partnerschaften als Antworten auf Herausforderungen

Fachartikel und Präsentation

Studien und Leitfäden

Unser Beratungsansatz für interkommunale Partnerschaften

Trotz vieler Herausforderungen ist die öffentliche Aufgabenwahrnehmung in den Kommunen sichergestellt. Gleichwohl führen gestiegene Erwartungen der Bürger und neue Aufgaben bei gleichzeitigem Bevölkerungs- und Mitarbeiterrückgang zu konkreten Handlungsnotwendigkeiten. Die Form der (inter-)kommunalen Zusammenarbeit ist i. d. R. sehr individuell. Es ist eine agile und unstrukturierte Kooperationslandschaft vorzufinden. „Immer wieder neu und anders“ ist teuer.

Ziel unserer Beratung ist, das Bild zu schärfen für interkommunale Zusammenarbeitsformen:

  • Durch Klassifikation von Kooperationsmodellen („Normierung“).
  • Basierend auf bewährten Ansätzen, auch aus der Privatwirtschaft, adaptiert auf die jeweiligen Erfordernisse vor Ort („Qualifizierung“).
  • Um mittels nachnutzbaren Vorgehensmodellen für alle Beteiligte Initialisierungskosten zu senken („Verfügbarmachen“).

Dabei verstehen wir uns als Impulsgeber und Moderator: Wir informieren Interessierte, identifizieren gemeinsam potenzielle Kooperationspartner und -ziele und konkretisieren Lösungsansätze.

Nachfolgende Abbildung veranschaulicht eine mögliche Klassifizierung von Partnerschaftsansätzen. Darauf basierend können Status Quo, Ziele und Entwicklungspfade für Kooperationsprojekte differenzierter und passgenauer beschrieben werden.

ÖPP im Fokus: Entwicklungspfade

z. B. »Runde ­Tische«, gemein­same Arbeits­gruppen

lediglich Um­widmung durch for­mellen ­Zusammen­schluss, keine Prozess- und Res­sourcen­­inte­gration

z. B. Verein zur Regionalen Wirt­schafts­för­derung

z. B. gemein­same fall­weise Beschaff­ung

z. B. Output-Mana­gement, Zusammen­­legung der ­Bauhöfe

Bündelung von Spezia­listen, z. B. inter­kommu­nales Justi­tiariat, Geodaten­manage­ment, Förder­mittel­mana­gement

z. B. gemeinsame Aus-/Bildungs­pro­jekte

z. B. Ent­wick­lung und Betrieb gemein­samer Fach­soft­ware, Per­so­nal­ge­winnung durch webbasierte Pro­zesse)

durchgängige Front-/Back-Office Trennung für Unter­stütz­ungs­pro­zesse bei Quer­schnitts- und Fach­auf­gaben, z. B. Perso­nal­ab­rech­nung, Kassen­wesen, Schrift­gut­mana­gement, Ar­chi­vier­ung