ÖPP-Projektstrukturen für medizintechnische Leistungen

Die Erwartungshaltung an das Gesundheitswesen, dass insbesondere in dieser Branche die strukturellen Vorteile einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft hohe Effekte und Effizienten erzielen können, begründet sich in der Bedeutung baulicher und medizintechnsicher Infrastruktur für die Optimierung der Arbeitsprozesse in einem Krankenhaus.

Somit kommt dem Ziel, durch eine intelligente funktionale Strukturierung der Baukörper die Arbeitsprozesse derart zu optimieren, dass sich über den Lebenszyklus eine deutlich höhere Wirtschaftlichkeit der Krankenversorgung erzielen lässt, eine besondere Bedeutung zu.

 

Rahmenbedingungen

Die Patientenflüsse und Arbeitsprozesse werden in einigen Abteilungen eines Krankenhauses besonders durch den Einsatz von Medizintechnik bestimmt: Hierzu zählen insbesondere der OP-Bereich, die Kardiologie und Radiologie. Jedoch bleiben oft – aufgrund der hohen Dynamik in der Medizintechik und der mangelnden Erfahrung mit längerfristigen Dienstleistungspartnerschaften – die medizintechnischen Geräte und Anlagen als integrierter Leistungsbestandteil des ÖPP-Projekts unberücksichtigt und werden vorzugsweise weiterhin konventionell beschafft und betrieben.

Zurzeit sind erste Projekte am ÖPP-Markt zu beobachten, deren Leistungsumfang wesentlich von medizinischen Großgeräten geprägt werden. Dazu zählen Projekte mit hohem Investitionsanteil in technische Großanlagen sowie den dazugehörigen Bauwerken. Andererseits ist ausgehend von bisherigen Wartungsverträgen bereits beschaffter Großgeräte auch ein Trend zum Abschluss umfassender Dienstleistungsverträge für alle technischen Geräte eines Klinikums mit Vereinbarungen über Reinvestitionen und Bonus-Malus-Systeme zu beobachten.

 

Aufgabenbeschreibung 

Mit dieser Grundlagenarbeit soll geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen der Einsatz von zu konkretisierenden medizintechnischen Leistungen in ÖPP-Projekten im Gesundheitswesen sinnvoll und marktgängig ist, welche Risiken die Industrie dabei übernehmen kann und welche Entgeltmechanismen adäquat erscheinen, um die Interessen der öffentlichen Auftraggeber zu wahren.

 

Herangehensweise

Bei der Auswahl der im ersten Schritt zu betrachtenden Projekte und bei der Rückkoppelung der erarbeiteten Zwischenergebnisse soll auf die Erfahrungen und Hinweise auf Bundes- und Länderebene, bei den Leistungserbringern sowie der Industrie zurückgegriffen werden. Dies soll sowohl durch Expertengespräche als auch Workshops geschehen.

Unter Weiterentwicklung der bestehenden Projekterkenntnisse werden Strukturen von ÖPP-Projekten erarbeitet, bei denen die Medizintechnik einen wesentlichen Mehrwert bei der Wahrung qualitativ hochwertiger medizinischer Versorgung und der langfristig wirtschaftlichen Leistungserbringung darstellt. Dabei werden sowohl Projekte berücksichtigt, die unter Einbindung von Neubaumaßnahmen bzw. relevanten baulichen Restrukturierungen stattfinden als auch Projekte, bei denen die Verträge über die langfristige Zurverfügungstellung von medizintechnischem Großgerät im Mittelpunkt stehen.

Die Ergebnisse des Projektes werden in einem Abschlussbericht zusammengefasst, der verschiedene Projektstrukturen und -inhalte mit Handlungsempfehlungen vorstellt, die als sinnvoll und marktgängig gelten.