Digitalisierung im Justizvollzug
| Auftraggeber | Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Hamburg |
|---|---|
| Projektziel | Unterstützung bei der Vorbereitung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten im Hamburger Justizvollzug; Konzeption einer Justizvollzugsplattform |
| Beratungszeitraum | Oktober 2024 bis Ende März 2026 |
| Ergebnis | Digitalisierung des Justizvollzugs in Hamburg in Vorbereitung der Realisierung einer (Bundes-)Justizvollzugsplattform sowie der Entwicklung der Justiz-Cloud des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, die ab Herbst 2025 starten soll. |
Schaffung eines digitalen Ökosystems im Justizvollzug
Der Justizvollzug in Deutschland ist geprägt von komplexen Abläufen: Viele Akteure – etwa Justiz, Vollzugsbehörden, Übergangsmanagement, Bewährungshilfe – kommunizieren oft über Jahre hinweg zu einer einzigen Person und ihrer Strafsache. Dabei dominieren papierbasierte Verfahren und isolierte IT-Lösungen. Während es allein im Hamburger Vollzug jährlich über 100.000 Papieranträge gibt, nimmt die Zahl der Beschäftigten bundesweit in den kommenden Jahren demografiebedingt stark ab. Eine Digitalisierung schafft nicht nur mehr Entlastung und Zeit für den persönlichen Kontakt zu Gefangenen. Sie eröffnet Inhaftierten außerdem digitale Teilhabe – etwa durch Zugang zu digitalen Services im Haftraum.
Die Freie und Hansestadt Hamburg hat daher das Programm „HEUREKA“ (Hamburger Justizvollzug – Projekte zur Digitalisierung) gestartet, um ein digitales Ökosystem für den Justizvollzug zu schaffen. Das Ziel ist es, Abläufe zu vereinfachen, Ressourcen effizienter einzusetzen und die gesellschaftliche Wiedereingliederung von aus der Haft entlassenen Straftäterinnen und Straftätern zu stärken.
Unter dem Dach von HEUREKA bündelt die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Hamburg seit 2024 zunächst fünf Vorhaben: eine digitale Justizvollzugsplattform, die elektronische Gefangenenpersonalakte (eGPA), digitale Gefangenenanträge, eine Software für das Übergangsmanagement sowie die Ertüchtigung der IT-Landschaft durch die Einführung und Weiterentwicklung von Software. Die Besonderheit liegt im ganzheitlichen Aufbau entlang der vier strategischen Dimensionen „Kultur und Menschen“, „Organisation und Prozesse“, „Systeme und Daten“ sowie „Technische Infrastruktur“. Diese sorgen für eine nachhaltige und praxistaugliche Digitalisierung mit Blick auf Alltag, Bedarfe und Zukunftsfähigkeit.
Neben der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz sind in diesem Programm die Hamburger Justizvollzugsanstalten, das Hamburger Amt für IT und Digitalisierung, weitere Landesstellen und externe IT-Partner eingebunden. Die PD begleitet das Programm strategisch und operativ.
Unsere Beratungsleistungen
Im Rahmen des Programms HEUREKA in Hamburg wird durch die Zusammenführung verschiedener Vor- und neuer Projekte der Weg bereitet für die Realisierung einer (Bundes-)Justizvollzugsplattform, die bisher isolierte Fachverfahren integrieren soll, sowie die Entwicklung der Justiz-Cloud des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, die ab Herbst 2025 starten soll.
Die Beratungsleistungen der PD umfassen im Einzelnen:
- Programmarchitektur mit vier strategischen Säulen: Unterstützung bei der Entwicklung der systemischen Grundstruktur von HEUREKA
- Projektsteuerung und Umsetzungsbegleitung: Operative Steuerung des Programms sowie einzelner Projekte wie digitale Antragsverfahren oder elektronische Gefangenenpersonalakte mit dem Ziel, die Maßnahmen wirksam miteinander zu verzahnen und Entscheidungswege effizient zu gestalten
- Prozessanalysen und Digitalisierungspotenziale: Analyse bestehender Abläufe im Justizvollzug – von manuellen Buchungen bei Lockerungen bis hin zu analogen Beteiligungswegen; daraus Ableitung konkreter Digitalisierungspotenziale, Priorisierung von Maßnahmen und Entwicklung passender Umsetzungsschritte
- IT-Konzeption und Schnittstellendesign: Unterstützung der IT-Verantwortlichen der Freien und Hansestadt Hamburg bei der Gestaltung der künftigen Justizvollzugsplattform mit klar definierten Systemgrenzen, Schnittstellen zwischen Fachverfahren und einem hohen Maß an IT-Sicherheit
Konkrete Projekte im Rahmen von HEUREKA:
- Entwicklung einer cloudbasierten Justizvollzugsplattform und Programmgerüst.
- Die Elektronische Gefangenenpersonalakte (eGPA, P1): Akten digital und jederzeit verfügbar
- Digitale Gefangenenanträge (P2): Schneller, transparenter, papierlos
- Einführung des Fachverfahrens (SoPart, P3): Nahtlose Zusammenarbeit zwischen Anstalten und Fachämtern
- Software-Einführungen und -Weiterentwicklungen (P4): Einheitliche Abläufe für mehr Effizienz
„Im Hamburger Justizvollzug bearbeiten wir jedes Jahr über 100.000 Anträge nur allein von Insassen auf Papier – bei gleichzeitig wachsender Personalnot. Mit HEUREKA digitalisieren wir zentrale Verwaltungsprozesse, schaffen Schnittstellen zwischen bisher isolierten Systemen und ermöglichen erstmals eine durchgängige IT-Unterstützung im Vollzugsalltag.“
Andreas Hildebrandt, Referatsleiter Z33, Abteilung für IT und Digitalisierung in der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Hamburg
Kontakt
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